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Energetische Kennwerte

Die Berechnung des Heizenergiebedarfs von Pelletheizungen für GEG- und KfW-Nachweise, Energieausweise und für die Energieberatung und die Gebäude- und Heizungsplanung ist gemäß Gebäudeenergiegesetz (GEG) nur noch bis Ende 2023 nach der alten Norm DIN V 4701-10 erlaubt. Danach ist nur noch die Anwendung der aktuellen Norm DIN V 18599 möglich. Bis dahin ist die Anwendung bei der Rechennormen zulässig, wobei für Holzzentralheizungen bereits heute die DIN V 18599 genutzt werden sollte.
In beiden Fällen gilt aber: Es empfiehlt sich für eine realistische Abschätzung des Heizenergiebedarfs die Berechnung mit Herstellerkennwerten anstelle von Standardkennwerten. Dies gilt jedoch ganz besonders für Berechnungen nach der veralteten Norm DIN V 4701-10.
DIN V 4701-10
Berechnung des Heizenergiebedarfs von Pelletheizungen nach DIN V 4701-10 mit Herstellerkennwerten und Pufferspeicher
Standardwerte der DIN V 4701-10 setzen den Wirkungsgrad von Holzkesseln viel zu niedrig an.
Die Standardkennwerte der DIN V 4701-10 von August 2003 zur Berechnung des Energiebedarfs von Holzheizungen entsprechen bei weitem nicht der Energieeffizienz der heute am Markt verfügbaren Pelletheizungen: Der Standardwert für den Wirkungsgrad im stationären Betrieb liegt bei 80 Prozent. Die Hersteller geben heutzutage Werte zwischen 90 und 98,5 Prozent und bei Brennwertkesseln zwischen 100 und 107,3 Prozent an. Die Standardwerte setzen außerdem den Hilfsenergiebedarf viel zu hoch an. Sie liegen um ein Vielfaches über den von den Herstellern angegebenen Werten. Mit den veralteten Standardwerten ergeben sich so erheblich überhöhte Werte für den Endenergiebedarf und den Pelletverbrauch. Bleibt auch der Pufferspeicher, der die Zahl der Taktungen vermindert, unberücksichtigt, werden die Werte noch schlechter.

Der Energiebedarf von großen Anlagen wird dabei besonders stark überschätzt. Für eine realistische Abschätzung des Heizenergiebedarfs und der Wirtschaftlichkeit von Pelletheizungen muss daher mit Herstellerkennwerten gerechnet werden. Die Standardwerte der DIN V 4701-10 für Holzheizungen sollen laut Norm auch nur dann angewendet werden, wenn keine Kenngrößen der konkreten Feuerungsanlage zur Hand sind.

Als Regelfall sieht die DIN V 4701-10 die Berechnung mit Herstellerkennwerten an. Außerdem sollte bei der Eingabe des Wasservolumens des Heizkreises ggf. der Pufferspeicher nach der bei den Herstellerkennwerten angegebenen Formel berücksichtigt werden. Sofern eine Berechnung nicht für einen speziellen Kessel, sondern allgemein für eine Studie oder ein Angebot durchgeführt werden soll, empfiehlt es sich, Mittelwerte bzw. Formeln auf Basis der Herstellerkennwerte zu verwenden, die der DEPV in seinem Infoblatt „Heizenergiebedarfsberechnung mit Herstellerkennwerten“ bereitstellt.
DIN V 18599
Berechnung des Heizenergiebedarfs von Pelletheizungen mit Herstellerkennwerten
Eine Berechnung mit Herstellerkennwerten ist auch bei Berechnungen nach DIN V 18599 möglich und sinnvoll, weil die Standardwerte ungünstiger ausgewiesen werden als der Durchschnitt der Herstellerwerte.
Übersicht über hierfür geeignete und ungeeignete GEG-Software
DEPV-Listen der Herstellerkennwerte:
  • Herstellerkennwerte für Pelletkessel nach DIN V 4701-10
  • Herstellerkennwerte für Pelletheizungen nach DIN V 18599
Weitere Hintergrundinformationen: Zum Infoblatt „Heizenergiebedarfsberechnung mit Herstellerkennwerten“ Zum Fachtext mit Musterberechnungen