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31.05.2012

DEPV warnt vor Fehlinterpretation der neuen Mantau-Studie

Kältejahr 2010 für Energieholzzunahme verantwortlich

Holzverbrauch in Deutschland„Eine Zunahme der energetischen Holznutzung ist zu begrüßen, kommt sie doch gleichermaßen dem Klimaschutz wie auch dem Verbraucher über die Energiekosteneinsparung zugute. Diese Entwicklung muss mit entsprechender Steuerung in Richtung Effizienz und gutem Emissionsverhalten der Holzfeuerungen fortgeführt werden.“ Hierauf verwies Martin Bentele, geschäftsführender Vorsitzende beim Deutschen Energieholz- und Pellet-Verband e.V. (DEPV) anlässlich der Veröffentlichung einer Studie der Universität Hamburg (Zentrum Holzwirtschaft, Prof. Udo Mantau) zur Untersuchung der Energieholzverwendung in privaten Haushalten für das Jahr 2010. Der DEPV warnt allerdings vor einer unzulässigen Interpretation der Zahlen: Die zu verzeichnende Steigerung der energetischen Holznutzung gegenüber 2007 sei im Wesentlichen darauf zurückzuführen, dass 2010 mit Abstand das kälteste Jahr in diesem Jahrhundert war, mit einer sehr hohen Anzahl an Heiztagen*. Die geringe Zubauquote bei Holzöfen und -kesseln von 2007 bis 2010 lasse ebenfalls keine andere Interpretation zu. „Für ein Kältejahr wie 2010 ist es einleuchtend“, betonte Bentele, „dass durch einen erhöhten Brennholzeinsatz in Öfen der teure Öl- und Gasverbrauch in Heizkesseln vermieden wird.“

Die Erhebungen der Mantau-Studie dürften nicht auf eine Weise interpretiert werden, dass die energetische Holznutzung aus 2007 und 2010 einen linearen Verlauf darstellten und daraus ein Trend für die kommenden Jahre hergeleitet wird. „Wenn dies nun kurz nach der Veröffentlichung der Studie von denjenigen Verbänden , die in der Holzenergie einen Marktkonkurrenten sehen, so dargestellt wird, handelt es sich dabei um ein leicht durchschaubares Manöver, mit dem bewusst die Realität verzerrt sowie Politik und Öffentlichkeit getäuscht wird“, sagte Bentele. Nichtsdestotrotz setzt sich der DEPV dafür ein, dass nur effiziente Holzheizsysteme mit hervorragendem Emissionsverhalten gefördert werden. Der Gesetzgeber sei hierbei auf dem richtigen Weg. Dass die Novellierung der Verordnung über kleine und mittlere Feuerungsanlagen (1. BImSchV) nicht als Chance genutzt wurde, um schneller einen Austausch alter, ineffizienter Holzöfen mit schlechtem Emissionsverhalten zu erreichen, zeige aber, dass dieses Thema durch die ihm eigene hohe soziale Komponente für die Politik schwer zu realisieren sei.

Nach Einschätzung des DEPV existieren in Deutschland aktuell keine marktverzerrenden Subventionen zur energetischen Holznutzung, die Produzenten und Anbieter von Holzenergiesortimenten beim Einkauf des Rohstoffs gegenüber stofflichen Verwendern bevorzugen. „In manchen Sektoren herrscht allerding immer noch die Meinung, dass Säge- und Waldresthölzer weiterhin umsonst zu bekommen sein sollten. Die jahrelang praktizierte Behandlung dieser Holzsortimente als Abfall ist nicht mehr zeitgemäß“, erklärte Bentele und sieht sich in dieser Einschätzung von vielen Waldbesitzern, Forstleuten und Sägewerken unterstützt. Die zunehmende Bedeutung der Holzenergie verteuere zwar gewisse Holzsortimente. Sie mache Waldpflege und Holzwirtschaft in Deutschland jedoch insgesamt rentabler, was die beste Form der Holzmobilisierung darstelle und dadurch für ein höheres Holzangebot sorge.

Download der Mantau-Studie: Energieholzverwendung in privaten Haushalten 2010. Marktvolumen und verwendete Holzsortimente - Abschlussbericht

* Heiztag: Tag, an dem die gemessene mittlere Außentemperatur unterhalb der Heizgrenze liegt.