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16.05.2011

Vorsitzender Martin Bentele: Qualitätssicherung und Rückendeckung der Politik wichtige Voraussetzungen für weitere Entwicklung der Pelletbranche

DEPV geht mit neuem Vorstand in die zweite Dekade seines Bestehens

Der Deutsche Energieholz- und Pellet-Verband e.V. feierte am 13. Mai 2011 sein zehnjähriges Jubiläum im Rahmen der Mitgliederversammlung in Berlin. Festredner Prof. Dr. Klaus Töpfer würdigte bei diesem Anlass den Unternehmergeist der Branche, die mit dem neuen Energieträger Holzpellets einen unbekannten Weg in Richtung Erneuerbare Energie mutig beschritten sowie erfolgreich und nachhaltig gestaltet habe. Der Branchenverband für Holzenergie und Pellets hat an diesem Tag auch einen neuen Vorstand gewählt. Die bisherige Vorsitzende, Beate Schmidt, übergab nach sechs Jahren die DEPV-Führung an Martin Bentele, der nun Geschäftsführer und Vorsitzender in Personalunion ist.

Bei der Feier zu 10 Jahren DEPV haben zahlreiche Mitglieder und Gäste aus Politik und Verbandslandschaft weniger zurückgeblickt, als über die Zukunft der Branche gesprochen. Der neue DEPV-Vorsitzende Martin Bentele sagte: „Innerhalb von zehn Jahren haben wir Holzpellets als verlässliche Quelle am Wärmemarkt bekannt gemacht. Wir müssen aber weiter nach vorne schauen. Ob sich Heizen mit Pellets endgültig etabliert, wird maßgeblich davon abhängen, ob die Branche dem Verbraucher Qualität, Komfort, Versorgungssicherheit und ein angemessenes Preis-Leistungsverhältnis sowohl bei der Technik als auch beim Energieträger vermitteln kann“.

Bei der Umsetzung dieser Hausaufgaben sieht Bentele den DEPV auf einem guten Weg und benennt die vom Verband angestoßenen Initiativen der neuen europäischen Pelletzertifizierung ENplus und der aktuellen Fortbildungskampagne „Fachbetrieb Pellets und Biomasse“ exemplarisch für rege Branchenaktivitäten. Qualität sei eine Daueraufgabe, und der DEPV dürfe auch in den nächsten Jahren nicht aufhören, dieses Feld zu besetzen. „Was wir jedoch genauso benötigen“, hob Bentele hervor, „ist die Rückendeckung der politischen Entscheidungsträger, die endlich den Stellenwert der modernen Holzenergie am Wärmemarkt für einen effektiven Klimaschutz erkennen und in wirksame Maßnahmen umsetzen müssen.“

„Fossile Energieträger zum Umbau des Wärmemarktes heranziehen!“

Als wichtigen Bestandteil von angemessenen Rahmenbedingungen wurde von Bentele eine „Erneuerbare-Wärme-Prämie“ genannt, die vom Bundesverband für Erneuerbare Energie (BEE) als Modell für einen haushaltsunabhängigen Umbau des Wärmemarktes konzipiert worden ist. Wenn die Politik die Kohlenstoffdioxid(CO2)-Emission von Energieträgern als wesentlichen Faktor für deren Bewertung ansehe, dann müsse sie auch die Konsequenz ziehen und die fossilen Brennstoffe zur Energiewende am Wärmemarkt heranziehen, forderte Bentele. Dieses Modell könne sehr gut mit einem Steuerabschreibungsmodell gekoppelt werden, bei dem über einen gewissen Zeitraum die Investition in energetische Sanierungsmaßnahmen, wie dem Heizungstausch, steuerlich anteilig abgeschrieben werden könne.

Bei der Festveranstaltung wurde deutlich, dass innerhalb der Pelletbranche auch weiterhin der Wärmemarkt als zentrales Handlungsfeld gesehen wird. Im Rahmen einer Podiumsdiskussion sagte Bärbel Höhn, ehemalige Umweltministerin von Nordrhein-Westfalen und heute stellvertretende Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen im Bundestag, dass vieles dafür spreche, die qualitativ hochwertigen Pellets in Deutschland auch in effizienten kleinen und mittleren Feuerungsanlagen zu verwenden. Der erste stellvertretende Vorsitzende des DEPV Helmut Schellinger erklärte: „Während andere Energieträger teilweise hohe CO2-Substitutionskosten verursachen, können mit Pellets bei der CO2-Vermeidung am Wärmemarkt Gewinne erzielt werden.“

Neuer Vorstand gewählt – DEPV-Vorsitzende Beate Schmidt nach sechs Jahren verabschiedet

Im Rahmen der DEPV-Mitgliederversammlung standen die satzungsgemäß alle drei Jahre abzuhaltenden Vorstandswahlen an. Als Nachfolger der nach sechs Jahren nicht mehr angetretenen Vorsitzenden Beate Schmidt wurde Martin Bentele von der Versammlung einstimmig gewählt. Bentele wird nun als geschäftsführender Vorsitzender den Verband leiten. Stellvertreter wurden Helmut Schellinger (1. Stellvertreter, Schellinger KG) und Martin Behr (2. Stellvertreter, PowerPellets Vertriebs GmbH & Co. KG). Zu Beisitzern wurden gewählt: Andreas Lingner (Kessel, KWB Deutschland GmbH), Leonhard Scherer (Pelletproduktion, Anton Heggenstaller GmbH), Günter Bölle (Pellethandel, Scharr Wärme GmbH & Co. KG), Christan Endler (Pelletöfen, Westfeuer GmbH) und Markus Böll (Zubehör, Mall GmbH). Neben Beate Schmidt schieden Holger Mark (BayWa AG) und Christof Geiger (Wagner & Co, Solartechnik GmbH) aus dem Vorstand aus.

Für ihre Dienste um den DEPV wurde Beate Schmidt mit dem „Kleinen Energieriesen 2011“ ausgezeichnet. Martin Bentele würdigte die gemeinsame Arbeit mit der Vorsitzenden als Schlüssel dafür, dass man den Verband und die Branche in den letzten Jahren – trotz nicht immer rosiger Marktstimmung – schnell habe voranbringen und in Berlin etablieren können. Schmidt bedankte sich bei Bentele und den Vorstandsmitgliedern für die vertrauensvolle und immer konstruktive Kooperation. „Dinge loszulassen bedeutet nicht, gleichgültig zu werden. In diesem Fall kann ich gut loslassen, denn ich weiß aufgrund der geschaffenen Strukturen den Verband in guten Händen und werde ihm weiter positiv verbunden bleiben“, sagte die ehemalige Vorsitzende abschließend.

Der neu gewählte DEPV-Vorstand (v.r.): Andreas Lingner, Günter Bölle, Hans-Martin Behr, Martin Bentele, Helmut Schellinger, Leonhard Scherer, Markus Böll und Christian Endler

© axelschmidt.net

Beate Schmidt freut sich über den „Kleinen Energieriesen 2011“, den sie für ihr sechsjähriges Engagement als Vorsitzende bekam

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Prof. Dr. Klaus Töpfer im Gespräch mit dem neuen geschäftsführenden DEPV-Vorsitzenden Martin Bentele

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