< Zurück zur Übersicht


14.10.2014

Pelletbranche tagt beim Industrieforum in Berlin

Holzpelletmarkt bereit für die Wärmewende

Zum größten Fachforum rund um das Thema Heizen mit Pellets wurden am 14. und 15. Oktober 2014 im Berliner Congress Center (bcc) über 300 Teilnehmer aus 29 Ländern begrüßt. Andreas Lingner, Vorsitzender des Deutschen Energieholz- und Pellet-Verbands e.V. (DEPV), einem der Träger des 13. Industrieforum Pellets, bezeichnete Deutschland als den richtigen Ort dafür: „Mit nahezu 350.000 Pelletfeuerungen haben wir weltweit den am weitesten entwickelten Wärmemarkt für diesen modernen Energieträger“, sagte Lingner. „Dennoch könnte die Energiewende deutlich schneller vorankommen, wenn es besser gelänge, den Menschen die Bedeutung des Heizungstauschs näherzubringen. Hier ist neben der Branche selbst auch die Politik gefordert, nachhaltig für den Einsatz erneuerbarer Wärme zu werben.“

 

Durch den Einbau einer modernen Pelletfeuerung kann der CO2-Ausstoß so deutlich reduziert werden wie mit keiner anderen Maßnahme im Privatbereich. Dazu, so Lingner, rentiere sich die Investition deutlich innerhalb der Nutzungszeit. Die Fördertöpfe im Marktanreizprogramm sind voll, die Investition in eine Pelletheizung wird verlässlich mit hohen Förderzuschüssen belohnt – und das bei einem investitionsfreundlich niedrigen Zinsniveau. Dennoch stagniere der Markt in Deutschland mit jährlich rd. 600.000 Sanierungen schon länger. „Wir müssen den Heizungstausch im Bewusstsein des Verbrauchers als lohnende Maßnahme verankern – und die Pelletfeuerung als eine attraktive und sinnvolle Option dafür.“

Als effiziente Wärmequelle mit einem hervorragenden Emissionsverhalten, und am bes-ten mit Solarthermie kombiniert, stellen Pellets ihre Zukunftsfähigkeit bereits heute unter Beweis. Hierzu gehört auch die sehr gute Rohstoffversorgung der Pelletproduktion. Lingner verwies auf die aktuellen Ergebnisse der Bundeswaldinventur 3, die eine nachhaltige Versorgung mit dem heimischen und nachwachsenden Rohstoff Holz belegen. Mit einer Pelletproduktion von über 2 Mio. Tonnen steht Deutschland europaweit an der Spitze der Erzeugerländer. Hierzu trage neben wachsenden Holzvorräten auch die hohe Sägewerksdichte bei. Rd. 90 Prozent der heimischen Holzpresslinge werden aus den im Sägewerk beim Holzeinschnitt anfallenden Spänen erzeugt und sind nach ENplus zertifiziert. Da nicht alle heimisch produzierten Holzpellets im Inland verbraucht werden, ist Deutschland seit Jahren Nettoexporteur: Im ersten Halbjahr 2014 betrug der Außen-handelsüberschuss 116.000 Tonnen.

Mit Blick auf die bevorstehende Heizsaison sind die Pelletlager in Deutschland gut gefüllt. „Der Winter kann kommen“, hört man von Pelletproduzenten und aus dem Handel. Auch preislich sind die Holzpresslinge zu Herbstbeginn wie gewohnt eine gute Alternative zu fossilen Energien. Der Preisvorteil gegenüber Heizöl liegt konstant bei über 30 Prozent. Aktuell sind Pellets über 10 Prozent günstiger als im Vorjahr. Außerdem sind Pelletheizer unabhängig vom Bezug fossiler Energien aus den Krisenregionen dieser Welt.

Der DEPV sieht einen Schwerpunkt seiner Arbeit in der Vermittlung dieser Vorzüge. Hierzu will der Verband auch künftig seine Kräfte für die Überzeugungsarbeit beim Heizungsbauer bündeln. „Die Vorteile des Heizens mit Pellets sind in der Handwerkerschaft noch nicht breit genug verankert“, sagte Lingner. Zur Verbesserung der Situation wolle man weiterhin mit Ausdauer die Qualifizierungsmaßnahme zum „Fachbetrieb Pellets und Biomasse“ voranbringen. „Wenn es für die Verbraucherinformation ausreichend überzeugte und überzeugende Handwerker gibt“, so der DEPV-Vorsitzende, „wird das Heizen mit Pellets auch über zufriedenstellende Wachstumsraten verfügen.“


> Download Pressemitteilung PDF
> Download Infografik Pelletproduktion und Inlandsbedarf JPG