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29.01.2015

DEPV erwartet Marktbelebung und 400.000 Pelletfeuerungen 2015

Pelletmarkt 2014 und Prognose 2015

Mit 2,1 Mio. produzierten Tonnen (t) hat Deutschland im Jahr 2014 seine führende internationale Position als Hersteller von Holzpellets gefestigt. Im gleichen Zeitraum erfolgte ein Zuwachs an Pelletfeuerungen um rd. 36.500 neue Öfen und Heizungen auf insgesamt 358.000 Anlagen. Für 2015 geht der Deutschen Energieholz- und Pellet-Verband e.V. (DEPV) bei der Neuinstallation von Feuerungen von einer Marktbelebung im Bereich von 15 Prozent aus; bei der heimischen Pelletproduktion prognostiziert der Branchenverband eine Steigerung von 10 Prozent. 

„Das Jahr 2014 war für den gesamten Wärmemarkt und besonders auch für das Heizen mit Pellets nicht zufriedenstellend“, sagt Andreas Lingner, Vorsitzender beim DEPV. „Auch 2015 wird kein einfaches Jahr. Um am Ende die vierhunderttausendste Anlage in Betrieb nehmen zu können, wird es darauf ankommen, mit frühen Signalen am Markt eine Aufbruchstimmung zu erzeugen. Das könnte durch neue Anreize im Marktanreizprogramm entstehen, das dem Verbraucher endlich als die attraktive Abwrackprämie für alte Heizungen präsentiert werden muss!“ 

Der ausgebliebene Winter 2013/14 hat die Pelletproduktion in Deutschland im Vorjahr beeinflusst. Mit knapp 2,1 Mio. t lag die Produktion immer noch deutlich über dem rd. 1,8 Mio. t betragenden Verbrauch 2014. Dazu kam ein generell schwacher Wärmemarkt, dessen schwache Dynamik im Vorjahr erstmals auch die Pelletheizungen bremste. Der mit rd. 30 Prozent außergewöhnlich starke Rückgang gegenüber 2013 war auch dem hohen Zuwachsniveau der Vorjahre geschuldet.

Beim DEPV sieht man für den Energieträger Pellets weiterhin alle Voraussetzungen für einen verlässlichen Energieträger erfüllt, wie eine hohe Brennstoffqualität, gepaart mit transparenter Preisentwicklung und breiter Verfügbarkeit. Durchschnittlich kosteten im Jahr 2014 Pellets 258,34 EUR/t. Der Rückgang um gut 5 Prozent gegenüber dem Jahr 2013 (273,00 EUR/t) führt der DEPV auf die höhere Verfügbarkeit von Sägespänen zurück. Pellets wiesen gegenüber Heizöl im letzten Jahr im Durchschnitt einen Preisvorteil von rd. 32 Prozent auf. Die gegenwärtige Ölpreisentwicklung wird aus Sicht des Fachverbandes die wirtschaftlichen Argumente für eine Pelletheizung nicht aushebeln. Seit Beginn der Aufzeichnungen des Pelletpreises 2002 gab es immer wieder Situationen, in denen Öl sogar günstiger als Pellets war (einige Monate 2002 bis 2004 sowie Januar 2007). Dem mittelfristigen Preisvorteil von Pellets hat dies nicht geschadet. Er betrug in den letzten zehn Jahren 35 Prozent.

Produktion und Handel von Holzpellets in Deutschland
Die Produktionskapazität (technisch mögliche Produktion) für Holzpellets betrug im Jahr 2014 ca. 3,2 Mio. t. Hergestellt wurden 2,1 Mio. t Holzpresslinge. Hauptproduktionsgrundlage waren mit 89 Prozent Sägeresthölzer, d.h. die in Sägewerken anfallenden Späne und Hackschnitzel. Dass Qualität weiterhin im Fokus der Branche liegt, belegt die Quote von 97 Prozent Holzpellets, die aus ENplus-zertifizierten Produktionen stammen. Das dichte Händlernetz sichert eine flächendeckende Versorgung im ganzen Bundesgebiet. Geliefert werden Pellets in Deutschland zu 79 Prozent in loser Form mit dem Tankwagen. Sackware (Pellets in 15 kg-Säcken) wird mit 21 Prozent Verkaufsanteil insbesondere zur Verwendung in Pelletkaminöfen eingesetzt. Deutschland bleibt 2014 mit voraussichtlich über 250.000 t Überschuss eindeutig Nettoexporteur von Pellets, über 70.000 t mehr als im Vorjahr.[1]

Pelletfeuerungen: DEPV rechnet mit 400.000 Anlagen am Jahresende
Die hohe Pelletproduktion bietet eine solide Grundlage für den weiteren Ausbau von Pelletfeuerungen. Anfang 2015 beziffert der DEPV deren Bestand in Deutschland auf 358.000 Anlagen. Davon ist der Großteil der typische Heizkessel für Ein- und Zweifamilienhäuser (Leistung < 50 kW), von dem rd. 231.000 Stück im Einsatz sind. Hierin enthalten sind auch wasserführende Pelletöfen. Diese Kessel haben im Jahr 2014 zusammen 4.000 Gigawattstunden (GWh) Wärme erzeugt, was einem Pelletverbrauch von rd. 1 Mio. t entspricht (Jahresverbrauch je Anlage: 4,3 t). Zudem gibt es rd. 116.500 Pelletkaminöfen in deutschen Wohnzimmern (Wärmeerzeugung 300 GWh, Jahresverbrauch: 0,8 t/Ofen). Weiterhin gut nachgefragt werden größere Pelletfeuerungen (Leistung > 50 kW), von denen es rd. 10.500 Anlagen in Deutschland gibt, die rd. 3.000 GWh Wärme bereitstellen. Knapp 40 Prozent der in Deutschland genutzten Pellets werden bereits in größeren Anlagen verbraucht (Jahresverbrauch je Anlage: rd. 69 t/a).

Bei der Verteilung der Pelletfeuerungen in den Bundesländern hat sich im Jahr 2014 eine deutliche Verschiebung ergeben. In Bayern wurden gegenüber dem dortigen langjährigen Mittel (36 Prozent) im Jahr 2014 nur 27 Prozent (- 9,2 Prozent) der bundesweiten Anlagen installiert – in Baden-Württemberg dagegen 20,7 Prozent (+ 2,7 Prozent). Eine erfreuliche Entwicklung zeigen die östlichen Bundesländer, die 2014 einen Anteil von 13,5 Prozent an den bundesweit installierten Pelletheizungen einnehmen, eine Zunahme von über 7 Prozentpunkten gegenüber dem langjährigen Mittel (6,4 Prozent).

Der DEPV geht im laufenden Jahr 2015 von einer Marktbelebung im Bereich von rd. 15 Prozent aus, was 42.000 neue Anlagen hieße. Im Einzelnen wären dies 18.150 Pelletkaminöfen, 22.000 Heizungen und wasserführende Öfen (< 50 kW) sowie 1.850 Pelletheizungen und KWK-Anlagen (> 50 kW), was Ende des Jahres einem kumulierten Anlagenbestand von 400.000 Stück entsprechen würde.
 
[1] Quelle: DESTATIS, Stand November 2014, Prognose DEPV


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