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31.03.2015

Holzpellets helfen Bundeswehr bei der Energiewende

Abgeordnete bei Kasernenbesichtigung in Leer (Ostfriesland)

Erneuerbare Energien sind auf dem Vormarsch – auch bei der Bundeswehr. Davon machte sich jetzt die stellvertretende CDU/CSU-Fraktionsvorsitzende im Bundestag Gitta Connemann ein eigenes Bild. Die Politikerin besuchte auf Einladung des Deutschen Energieholz- und Pellet-Verbands e.V. (DEPV) die Evenburg-Kaserne im ostfriesischen Leer, die mit Pellets beheizt wird.

Seit Anfang 2014 wird dort ein 500 Kilowatt-Pelletkessel betrieben, der mit einem aktuellen Jahresverbrauch von gut 300 Tonnen Holzpellets – was einer Wärmeleistung von über 1.500 Megawattstunden entspricht – dafür sorgt, dass die Soldatinnen und Soldaten warme Stuben haben. Dadurch konnte der Anteil der erneuerbaren Energien in der Evenburg-Kaserne auf etwa 40 Prozent erhöht werden.

Der Leiter des Bundeswehrdienstleistungszentrums Leer, Klaus Steinl, stellte daher stolz fest: „Die Bundeswehr ist ein modernes Unternehmen.“ Mit dem Einsatz von Holzpellets tue die Bundeswehr damit mehr, als sie über das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) des Bundes müsste, so Steinl: „Bei Umbauten und Heizungssanierungen plant die Bundeswehr einen deutlich höheren Einsatz Erneuerbarer Wärme als vorgeschrieben!“ Wie bei der Umsetzung konkret vorgegangen wird, erläuterte Eugen Neessen, Leiter des technischen Gebäudemanagements im Dienstleistungszentrum Leer. Die in den bundeswehreigenen Gebäuden genutzte erneuerbare Energie wird pro Liegenschaft auf Konten verrechnet.

Was mit Holzpellets möglich ist, erklärte der Geschäftsführer des DEPV Martin Bentele. Die Verfügbarkeit des modernen Brennstoffs sei in Deutschland aufgrund des Holzreichtums und des daraus resultierenden hohen Aufkommens an Sägespänen sehr hoch. Weltweit sei man bei der Pelletproduktion ganz vorne dabei. „Neben den hohen CO2-Einsparmöglichkeiten sind Pellets in den vergangenen zehn Jahren auch durchschnittlich 30 Prozent günstiger als Heizöl gewesen“, betonte Bentele. Für Unternehmen mit einem hohen Wärmebedarf wie die Bundeswehr seien sie daher als Energieträger ideal.

Deshalb spielen die kleinen Holzpresslinge bei den weiteren Planungen der Bundeswehr eine wichtige Rolle. Uwe Müller vom Staatlichen Baumanagement Ems-Weser berichtete, dass auch für weitere Bundeswehrstandorte wie Jever eine „Umrüstung“ auf Pellets vorgesehen sei. Zustimmung erfuhr er dabei vom städtischen Fachdienstleiter Jens Lüning. Auch die Stadt Leer nutzt bereits Pelletwärme zur Beheizung einer Grundschule.

Das Plädoyer für Holzpellets stieß bei Connemann auf offene Ohren: „Die Energiewende fängt vor Ort an. Bei der Stromerzeugung sind wir schon weit vorne. Aber im Wärmebereich kann noch mehr geschehen.“ Gerade Eigenheimbesitzer und Kommunen hätten noch viele Möglichkeiten. So habe der Bund aktuell die Förderung im Rahmen des sogenannten Marktanreizprogramms (MAP) aufgestockt. „Ab dem 1. April gibt es noch mehr Anreize für den Heizungstausch.“ Für z.B. den Einbau einer Pelletheizung erhalten Privatleute, aber auch Kommunen und Gewerbetreibende mindestens 3.000 EUR Zuschuss.

Nähere Informationen gibt es auf der Internetseite des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (www.bafa.de).


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