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15.10.2013

Baden-Württemberg bei Holzpellets bundesweit mit vorne

Ein Fünftel aller Pelletheizungen werden im Südwesten betrieben. Baden-Württemberg ist nach Bayern das Bundesland Nr. 2 in Deutschland, wenn es um Holzpellets geht.

Baden-Württemberg ist nach Bayern das Bundesland Nr. 2 in Deutschland, wenn es um Holzpellets geht. Auf rd. 40.000 mit Pellets betriebene Zentralheizungen und auf 20.000 Pelletkaminöfen beziffert der Deutsche Energieholz- und Pellet-Verband (DEPV) den Anlagenbestand, was knapp 20 Prozent aller Anlagen in Deutschland bedeutet. Auch bei der Pelletproduktion bringen der Holzreichtum und die zahlreichen Sägewerke Baden-Württemberg in eine bundesweit führende Position. Von 65 Produktionsstätten liegen zehn im Südwesten. Diese erzeugten rd. 700.000 Tonnen (t) und damit über ein Viertel der in Deutschland 2013 hergestellten Holzpellets. Knapp die Hälfte davon wird auch hier verbraucht, woraus gegenüber Öl eine Einsparung von rd. 540.000 t Kohlenstoffdioxid (CO2) resultiert.[1] 

Vor diesem Hintergrund ist es aus Sicht des DEPV folgerichtig, dass Baden-Württemberg auch eine wichtige Rolle bei der Umsetzung der Energiewende am Wärmemarkt spielt. DEPV-Geschäftsführer Martin Bentele sieht das Land mit dem von der CDU/FDP-Regierung eingeführten und von der grün-roten Regierung nun zu novellierenden Erneuerbaren-Wärmegesetz (EWärmeG) auf dem richtigen Weg: „Wenn es bei Haus- und Wohnungseigentümern bekannt ist, dass ein Heizungstausch zur Verpflichtung führt, erneuerbare Energien zur Wärmegewinnung einzusetzen, wird dies mittelfristig zur richtigen Entscheidung führen, nämlich weg von Gas und Öl.“ Der DEPV mahnte jedoch an, dass neben Zwangsmaßnahmen vor allem Anreize gesetzt werden müssten, um Heizungsbetreiber zum Tausch zu motivieren. „Baden-Württemberg muss daher seine Stimme beim Bund einsetzen, damit es neben der Sicherung von direkten Fördermitteln auch eine steuerliche Förderung von energetischer Gebäudesanierung mit angemessener Berücksichtigung der erneuerbaren Varianten gibt“, forderte Bentele.

Auch bei der Holzbereitstellung sieht der DEPV Entwicklungsbedarf. Dabei steht nicht der geplante Nationalpark im Mittelpunkt, sondern generell Maßnahmen zur Erhöhung des Holzangebots. Bentele betonte: „Baden-Württemberg ist durch einen außerordentlichen Holzreichtum geprägt, genauso wie durch kompetente Forstleute und Waldbesitzer. Vor diesem Hintergrund ist es schade, dass die Organisation des staatlichen Forstbetriebs immer noch stark optimierungsbedürftig ist und hinter dem Nachbarland Bayern zurückbleibt. Zur Verbesserung der Holzvermarktung ist ein Entkoppeln des Forstes von der Verwaltung weiterhin eine wichtige Voraussetzung.“

Bundesweit und auch in Baden-Württemberg finden Pelletfeuerungen vor allem in Einrichtungen mit hohem Wärmebedarf immer mehr Anklang. Dazu gehören Hotels und die Erzeugung von Lebensmitteln, wie zum Beispiel Brauereien oder Molkereien, wo die Verwendung erneuerbarer Energien neben den finanziellen Einsparungen immer mehr auch ein Marketingargument wird. Auch für Krankenhäuser, Schwimmbäder und zur Erzeugung von industrieller Prozesswärme werden Holzpellets immer stärker nachgefragt. In Hoffenheim wird sogar ein Fußballbundesligastadion im Südwesten mit Pellets beheizt. Bundesweit wird der Bestand an Pelletfeuerungen mit einer Leistung größer als 50 kW auf rd. 8.000 Anlagen geschätzt – diese verbrauchen aber bereits rd. ein knappes Drittel des heimischen Pelletbedarfs.
 

 

[1] Eine Tonne Holzpellets substituiert ggü. Heizöl rd. 1,6 t CO2.                        
Quelle: Ökoinstitut, GEMIS


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